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Exavir Tanos

Exavir war noch zu jung um zu verstehen in welchen Umständen er sich befand. Er hielt sich am Mantel seines Vaters fest und spürte die kalten Hände der Mutter auf seinen Schultern ruhen. Ein Mann neben ihm wies ihn an auf den Boden zu schauen und den Wachen nicht in die Augen zu sehen. Exavir kannte den alten Herren flüchtig. Sein Gesicht war rau und der junge Althoianer den Anweisungen des Mannes lauschte fielen ihm die Krater in der Haut des Mannes auf, die durch eine lange rosa schimmernde Furche unterbrochen wurden. Exavir verlor beinahe einen seiner schwarzen Stiefel, die sich im nassen Matsch des Weges eingegraben hatten. Die Gruppe um Exavir herum setzte sich wieder in Bewegung unter dem Bellen der Männer die an der Seite des Weges standen und für Exavir alle so gleich aussahen das er lächeln musste. Nicht weil sie alle die gleichen grünen Hosen und Jacken trugen, sondern weil ihre Gesichter beim Schreien einen herrlichen roten Ton einnahmen, sodass sie aussahen wie eine Ampel. Er hatte nicht verstanden warum er sein Bild nicht weitermalen durfte aber seine Eltern bestanden darauf so schnell wie möglich zu Oma und Opa zu fahren. Als sie aus der Haustür ihres Complexes traten, standen aber schon die Ampelmänner auf der Straße und schickten uns die Straße entlang.
Die Gruppe kam wieder zu stehen und vor ihnen gab es eine rege Unruhe. Die Ampeln schrien lauter und fuchtelten mit ihren Stöcken und Bohrern umher. Exavir bemerkte einen der Männer die anders waren, er schaute sie ruhig von einem höher gelegenen Balkon an. Der Regen tröpfelte auf die Platten an seinen Schultern und seine Augen trafen auf die des Jungen. Exavir war es als ob irgendwer ihn ansprach und wandte sich um, aber weder seine Mutter noch die anderen um ihn herum würdigten ihn eines Blickes. Als er sich wieder umwenden wollte blickte ihn eine der Ampeln an und ergriff ihn so gleich. Exavirs Eltern hielten ihn fest, doch weitere Ampeln kamen herbei und ergriffen ihre Arme. Als sein Vater einen der Ampeln von sich stieß war Exavir so als würde sich sein Vater erschrecken, er starrte ihn mit großen Augen an und der kleine Althoianer fand den Zaubertrick seines Vaters faszinierend, als sich das Hemd rot färbte während er auf die Knie ging. Seine Mutter rannte nach vorne und wurde von den Ampeln und ihren Stöcken zurückgeschlagen. Sie fiel in den Matsch und Exavir sah ihre erstarrten Augen auf ihn weilen, während der Matsch ihr Gesicht braun färbte. Exavir fühlte eine Wut in ihm, er krallte sich in die Schultern seines Trägers und fing an zu schreien. Der Griff der Ampel umfasste ihn stärker und versuchte die wilden Schläge des Jungen zu bändigen. Exavir brüllte und schlug auf den Helm der Ampel ein. Plötzlich löste sich der Griff um ihn und Exavir fiel zu Boden. Die Ampel hielt sich den Kopf und versuchte den Helm von diesem zu reißen, während rote Flüssigkeit aus den Augen und Ohren lief. Der Helm beulte ein und ließ die Ampel zuckend zu Boden gehen. Exavirs Blick wendete sich von seinem ehemaligen Träger ab und wandte sich seinen Eltern zu, die beide regungslos im Matsch lagen. Die Augen aller anderen Althoinaner und der Ampeln ruhten regungslos auf den kleinen Jungen. Als die Ampeln die Stöcke auf den Jungen richteten griff der alte Mann einen der Ampeln und rang um den Stock. Ein lauter Knall erschrak Exavir und der Kampf war vorrüber – der Mann ging zu Boden. Die Wut in Exavir blieb ihm im Hals stecken und er hatte das Gefühl seine Augen glühten bei dem Anblick dieser Dinge die er noch nicht einmal richtig verstand. Er zerriss die Ampel wie eines seiner vielen Bilder, obwohl noch immer gute fünf Meter zwischen den beiden waren und Exavir sich kein Stück von seiner Stelle bewegte. Er hörte wieder einen Knall und wurde zu Boden geworfen. Sein Gesicht schmerzte und er hatte das Gefühl sich verschluckt zu haben. Er drehte sich auf den Rücken und sah eine Ampel die mit hoher Geschwindigkeit einen Stock auf sein Gesicht absenkte. Kurz vor seiner Nase blieb der schwarze Bogen abrupt stehen und die Ampel schleuderte es ruckartig gegen die Brüstung des Balkons auf dem immer noch der ruhige Mann stand. Exavir hatte das Gefühl seine Stimme zu hören bevor Dunkelheit seinen Geist umfing.

[to be continued]

 

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